Stell dir vor: Eine bunte Fee kommt vorbei und gewährt dir etwas ganz spezielles – ein perfekt sitzendes Kommando für deinen Hund. Du musst dich allerdings für eines entscheiden. Welches Kommando würdest du wählen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir dein Kommando und warum du dich dafür entschieden hast, in den Kommentaren vorstellen würdest!

Bei mir gibt es ein paar wenige Kommandos, die in der engeren Auswahl bleiben und dabei bleibt doch ein klarer Sieger: den Rückruf!

Der Rückruf – mein Super-Kommando

Ein gut sitzender Rückruf ist für mich sehr wichtig und ich würde mich, wenn die bunte Fee kommt und mir ein perfekt sitzendes Kommando gewährt, immer dafür entscheiden.

Warum? Weil er mir und meinen Hunden einen sicheren Freilauf ermöglicht und ein entspanntes Bewegen in meiner Umwelt. Wenn ich mich darauf verlassen kann, dass der Rückruf sitzt, kann ich meinem Hund ganz entspannt sehr viele Freiheiten lassen, die er sonst nicht haben könnte.

Muss der Rückruf immer sitzen?

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass in einer idealen Welt der Rückruf in jeder Situation umgehend vom Hund ausgeführt werden sollte (und die bunte Fee würde genau dafür sorgen 😉 ). Unsere Hunde sind aber keine Maschinen, sondern kleine und große Wesen mit eigenen Motivationen, Impulsen, Gefühlen und Interessen. Es ist daher nicht unbedingt verwunderlich, dass der Rückruf nicht in jeder Situation gleich gut sitzt und gleich zuverlässig ausgeführt wird – auch wenn wir darauf hinarbeiten.

Für mich heißt das: Nein, der Rückruf muss nicht immer sitzen. Aber ich als Hundehalter sollte ganz genau wissen, welche Situationen dazu führen, dass mein Hund den Rückruf vielleicht nicht befolgt und damit sich und andere in Gefahr bringen könnte. Darauf sollte ich entsprechend reagieren und in diesen Situationen andere Vorkehrungen treffen (wie Anleinen oder seine Aufmerksamkeit auf mich fördern, indem ich mich mit ihm beschäftige).

Seien wir ehrlich zu uns!

Dazu ist es unheimlich wichtig, dass wir uns richtig einschätzen und dabei ehrlich zu uns sind. Ich würde gerne sagen, dass mein Hund Chris immer ganz zuverlässig zurückkommt. Wildschweine können uns da aber einen Strich durch die Rechnung machen. Außerdem verliert er so langsam altersbedingt die Orientierung, wenn er zu weit von mir weg ist und wieder zu mir kommen soll. Diese Dinge weiß ich und achte daher darauf, dass ich uns nicht in Situationen bringe, in denen der Rückruf nicht mehr funktioniert.

Fängt er beispielsweise im Wald vermehrt damit an die Nase auf dem Boden zu halten und aufgeregt auf dem Weg zu schnüffeln, dann nehme ich ihn für eine Zeit an die Leine – solange der Rückruf eben noch funktioniert und wir nicht mitten in einer Wildschweinrotte stehen.

… seien wir wirklich ehrlich!

Und so unangenehm es uns vielleicht auch ist: wir sollten uns eingestehen, wenn unser Hund den Rückruf noch nicht gut genug beherrscht. Das ist keine Schande und mit Schleppleine oder Flexileine können wir ihm trotzdem einen guten Radius ermöglichen, um sich zu bewegen.

Mein anderer Hund Meeko hört insgesamt gut. Aber in manchen Situationen macht das Gehirn einfach komplett zu und ich kann ihn nicht mehr erreichen, wenn er schon durchgestartet ist. Weil ich um die Situationen weiß und sie nicht immer vorhersehen kann, ist er immer an irgendeiner Art der Leine. Das ist manchmal mühsam und ich finde es auch sehr schade. Für uns (auch Meeko selbst!) und unsere Umwelt ist das aufgrund des nicht ausreichend sitzenden Rückrufs aber einfach die beste und entspannteste Art unterwegs zu sein.

Wie sicher ist dein Rückruf?

Mache den Selbsttest und finde heraus, wie gut es um deinen Rückruf bestellt ist. Meine Ergebnisse sind je nach Hund etwas unterschiedlich ausgefallen 😉 Aber das wusste ich ja schon vorher und verhalte mich entsprechend. Mach den Test und schreib mir gerne in den Kommentaren oder bei Facebook, wie du abgeschnitten hast.

Alternativen zum Rückruf

Für mich ist der Rückruf das Kommando schlechthin. Eine Freundin von mir nutzt lieber ein “Stopp” für ihre Hündin. Das ist ihr wichtigstes Kommando – egal, was ist, ihre Hündin muss auf Kommando stehen bleiben. Dann sammelt sie sie ein oder ruft sie zu sich.

Das Stehenbleiben ist für viele Hunde häufig einfacher auszuführen als sich direkt abzuwenden und zum Halter zurückzulaufen. Es stellt daher eine sehr gute Alternative zum Rückruf dar.

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